|
Hart an der
Schmerzgrenze
Auch wenn wir uns für den zeitgemäßen menschen-
freundlichen Weg
entschieden haben. Die Hindernisse werden wir dabei keinesfalls
unterschätzen.
Von Hause aus
befinden wir uns auf eingetretenen Pfaden. Von denen müssen wir wohl runter. Solche
Einsichten sind mitunter
schmerzlich. Aber es nutzt nichts. Was wir einmal gelernt haben,
bringt uns leider nicht immer besonders weit. Zum Thema Geld und
wie man es verdient wird den Menschen immer wieder die gleiche Story
eingebläut.
Alle
kennen den Lehrplan:
"wir müssen ganz viel arbeiten. Und wir müssen hart arbeiten. Je härter
wir arbeiten, umso besser
wird es uns später gehen. Nur so kann etwas aus uns werden." Die ewige Litanei und goldene Lebensregel. Wann
denn genau später ist
sagt uns natürlich niemand. Außerdem sind die, die uns das alles
beigebracht haben, später einfach verschwunden.
Die Rentenkassen
sind leer, der Finanzminister ist ständig
abgebrannt. Das pfeifen die Spatzen von den Dächern. Deshalb lautet die
verzweifelte Direktive von oben, dass wir zu allem Überfluss auch noch
immer und immer länger arbeiten sollen, am besten solange, bis wir vom
Rollator fallen. Erst dann dürfen wir es uns mit der Rente gutgehen
lassen. Natürlich müssen wir auch dann noch ein bisschen
hinzuverdienen, weil das sonst gar nichts wird mit dem gutgehen lassen.
„Die
Rente ist sicher“, ja, das war leider gestern und
damals schon wenig seriös. Wer allzulaut, das Wort Sicherheit im Munde
führt, darf sich über unser Misstrauen nicht wundern. Denken Sie
dabei an Ihr Erspartes. Das ist weniger sicher als Sie denken.
Darum werden wir in dieser Richtung auch einiges tun.
Auch die Theorie
von der harten Arbeit und dem
anschließenden Wohlstand hat sich schon längst als trügerisch entpuppt.
Fragen Sie doch einmal diejenigen, die nach jahrzehntelanger harter
Arbeit einfach vor die Tür gesetzt worden sind, die krank werden oder
einfach als zu alt gelten.
Zwar soll
bis 70-80 gearbeitet werden. Aber ab 40 kommt
Sand ins Getriebe. Der Wert menschlicher Arbeitskraft wird plötzlich
immer geringer eingeschätzt. Die Wunschkandidaten im
Bewerbungskarussell sind bevorzugt hochspezialisierte, bestens
Ausgebildete, finanziell Genügsame am besten nicht über
30-jährige mit jahrzehntelanger Berufserfahrung, anpassungsfähig und
ohne Bammel vor dem Herzinfarkt.
Grundsätzlich
ist an dem Lehrsatz von der harten Arbeit
durchaus etwas dran. Denn je mehr und je härter wir arbeiten, desto
besser geht es denjenigen, für die wir arbeiten. So rum wird ein Schuh
draus und das ist auch überhaupt kein Geheimnis. Gewinnmaximierung ist
schließlich öffentliches Lehrfach. Darum machen die meisten dieses
Spiel ja auch mit.
Eine kleine Pause
für unser gestresstes Gehirn kann da
vielleicht nichts schaden. Dann findet es vielleicht von selbst den
logischen Weg aus dieser Misere. Unser Organ zwischen den
Ohren könnte dann vielleicht die Frage stellen, ob es für unser eigenes
Wohlergehen nicht sinnvoller ist, einfach auch mal für uns selbst zu
arbeiten statt immer nur für andere.
Herkömmliche
Arbeit ist ohnehin nicht genug vorhanden.
Sonst würden ja nicht so viele an die Luft gesetzt. Und der Begriff
Arbeit muss ja nicht immer mit einem trüben Dasein in der Hölle eines
Straflagers gleichgesetzt werden.
Das Know-how
für den erfolgreicheren Weg ist bestens
bekannt und wird auch ganz selbstverständlich eingesetzt. Nur ist das
eben keine Volksbewegung. Wir erkennen auch keine großen Anstrengungen,
dieses Wissen mal eben nach unten weiter zu reichen.
Erfolgsgeheimnisse werden in der alten Informationswelt nicht so gern
geteilt. Abschreiben ist nicht unbedingt erwünscht.
Dennoch ist es
nur ein kleiner Schritt. Wir müssen nur zugreifen.
|