Immer wieder
auf dem Holzweg
Mit Gefühlen ist das so eine Sache. Immer
wieder
wird uns da reingeredet. Dabei ist eines völlig klar. Wir müssen immer
höchstpersönlich damit klarkommen.
Und wie steht
es mit dem Zeitgefühl? Kümmern wir uns
einmal um diese Frage im Zusammenhang mit unseren Erfolgsaussichten.
Die wahren Gefühle sind unserem
Regiment weitgehend entzogen. Das ist
für Viele schwer zu akzeptieren aber durch die moderne Forschung gut
belegt.
Die Zeit, wie
Sie sich uns täglich überwiegend darstellt,
ist uns aber weitgehend aufgezwungen, Arbeitszeit, Wartezeit am
Flughafen, ein paar Wochen Urlaub. Das suchen wir uns nicht selbst aus.
Das legen in der Regel andere für uns fest.
Soweit so gut.
Oft gibt es sicherlich sogar gute Gründe,
sich diesen Regeln unterzuordnen. Verhängnisvoll ist jedoch ein
schrecklicher Trugschluss. Wenn wir diese Fremdbestimmung einfach immer
und immer wieder als gegeben hinnehmen, ist unser Leben so gut wie
verpfuscht. Jeder kennt die Litanei der Sachzwänge des Anderen, warum
etwas genau so laufen muss und nicht anders.
Wenn wir heute
sagen, wir wollen in 500 Tagen 199.000 Euro
mehr in der Tasche haben, es aber bei unserer derzeitigen
Zeiteinteilung belassen, tun wir uns den besten Gefallen, wenn wir
diesen Wunsch ganz schnell wieder vergessen. Das gibt sonst nur böses
Blut, im wahrsten Sinne des Wortes. Möglicherweise werden wir krank.
Machen Sie doch
bitte eine kleine Übung.
1. Laden Sie sich das Inhaltsverzeichnis
der
"Einstiegsrunde" auf
den Bildschirm.
2. Schauen Sie auf die Uhr.
3. Klicken Sie jetzt nacheinander
jede Folge
einmal an.
4. Schauen Sie sich ganz kurz den
Inhalt an.
5. Schauen Sie auf die Uhr,
nachdem Sie alle
aufgerufen haben.
Wieviel Zeit haben
Sie verbraucht?
Auch wenn das
jetzt etwas sehr simpel klingt.
Diese Zeit haben Sie für heute
unwiderruflich verbraucht und können Sie
für nichts anderes mehr nutzen.
Dennoch glaubt
das Gros der Menschen, dass das was heute
nicht getan worden ist, auf morgen verschoben werden kann. Das ist
einer der verhängnisvollsten Irrtümer überhaupt.
Was hinter Ihnen
liegt ist unabänderlich geschehen. Klar,
Sie können morgen zum Arzt gehen statt heute. Ihr Herz wird morgen auf
gar keinen Fall mehr das Gleiche sein wie heute. Das ist der
unabänderliche Aspekt rein vom Zeitablauf her. Was geschehen ist, ist
geschehen. Heute hört Sie Ihr Freund vielleicht noch an, morgen will er
nichts mehr von Ihnen wissen. Sie können dann nicht mehr auf gestern
umsteigen.
Auch vom Inhalt her
können Sie in der Gesamtheit nichts
verschieben. Was Sie heute nicht getan haben und stattdessen morgen
tun, wird eben morgen eine andere Aktion verhindern. Wenn Sie 100 Jahre
alt werden, dann ist mit dem hundertsten Tag Schluss. Was Sie bis dahin
vor sich hergeschoben haben bleibt unerledigt.
Zurück zu
unserem Übungsbeispiel. Sie haben gesehen, für
die 199.000 Euro müssen Sie etwas tun. Sie werden täglich etwas
mehr Zeit aufwenden müssen als für diese Übung. Zunächst wird
sich das noch in diesem Rahmen bewegen.
Der
Zeitaufwand für das Bellevue-Programm wird ganz zwangsläufig
andere Ihrer bisherigen Aktivitäten oder zeitlichen Dispositionen
verdrängen. Das ist der springende Punkt. Das ist immer so, praktisch
ein Naturgesetz. Wenn Sie etwas verändern wollen, müssen Sie etwas
anderes aufgeben. Wenn Sie morgen in Rom sein wollen, können Sie sich
nicht gleichzeitig in Berlin spazieren gehen.
Wenn Sie in 500
Tagen 199.000 Euro (die Sie jetzt gerade
nicht übrig haben) für eine Immobilie auf Hawaii investieren wollen,
müssen Sie andere Aktivitäten in den Vordergrund stellen, als wenn Sie
mit Ihrem aktuellen Einkommen die nächsten zwei Jahre genauso wie
bisher verbringen wollen.
Ab heute sollte
folgendes für Sie gelten, wenn es Ihnen
wirklich ernst ist mit den 199.000 Euro (oder mehr) und den
tatsächlichen Zielen, die dahinter stehen: leben Sie täglich mit den
Informationen und Möglichkeiten, durchaus auf Ihre persönliche Arte und
Weise. Aber tun Sie es. Das können Sie wiederum nur, wenn Sie die
Informationen bewusst und mit angemessener Priorität zur Kenntnis
nehmen.
Sie müssen dazu
nichts lernen im klassischen Sinne. Das
wäre eher hinderlich. Lassen Sie weg, fügen Sie hinzu, stellen Sie in
Frage. Das geht nur wenn Sie den Kopf dafür frei haben. Das ist die
eigentliche Herausforderung. Sie können das alles nebenbei
bewerkstelligen, neben Ihren aktuellen Lebensumständen.
Das aber können
Sie auf keinen Fall tun: in Ihrem
Kopf in Ihrem Geist mehrere Dinge gleichzeitig bearbeiten.
Das funktioniert definitiv nicht. Unser Gehirn arbeitet in
Bildern. Da ist immer nur für einen Film Platz, trotz des immensen
Potenzials. In dem Augenblick, in dem Sie sich um Ihre 199.000 Euro
kümmern, schalten Sie alles andere ab.
Das ist im
Augenblick vielleicht täglich eine
Viertelstunde. Kümmern heißt etwas dafür tun, nicht nur einfach daran
denken. Zurzeit besteht die Tätigkeit im Aufnehmen von Informationen
und sich im ständig erweiternden Informationssystem zurechtzufinden.
Sie werden dieses System später noch brauchen und für Ihre
individuellen Zwecke einsetzen. Es ist und wird letztlich für Sie
geschaffen.
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